Kalzium ist zwar gut für die Knochen, in grossen Mengen aber schlecht für das Herz: Es kann das Herzinfarktrisiko um...
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09. September 2010
Gemeinsam gegen Grippe
Verbrennungen heilen rascher dank Hypnose
Schwere Verbrennungen heilen besser, wenn dem Patienten mittels Hypnose die Angst vor schmerzhaften Operationen und Behandlungen genommen wird.
Das zeigt eine Studie am Universitätsspital Lausanne. Als Folge sinken auch die Behandlungskosten.
Die Lausanner Ärzte wendeten die Hypnose-Methode zwischen Mai 2006 und April2007 bei 23 Patienten an, die Verbrennungen an etwa einem Viertel ihrer Körperoberfläche erlitten hatten. Sie verglichen diese Gruppe mit 23 Kontrollpatienten aus den Jahren 2002 bis 2006 mit ähnlichen Verbrennungen.
Die Brandopfer wurden im Durchschnitt neun Tage nach ihrer Einweisung ins Spital zu einer ersten Hypnosesitzung eingeladen. "Wir bringen den Patienten Selbsthypnose bei", sagte Studienleiterin Mette Berger vom Verbrennungszentrum des Unispitals auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
Schmerzkontrolle
Die Patienten sollten sich mit der Hypnose auf die schmerzhaften medizinischen Behandlungen einstellen, die ihnen bevorstanden. Wie die Forscher im Fachmagazin "Burns" berichten, wirkte die Methode: Die Patienten hatten weniger starke Schmerzen und ihre Angst vor den Eingriffen war geringer als in der Kontrollgruppe.
Hypnose-Patienten brauchten weniger häufig eine psychiatrische Behandlung, viel niedrigere Dosen Beruhigungs- und Schmerzmittel und seltener Vollnarkosen für Operationen, die Wundenreinigung oder das Wechseln der Verbände: In der Kontrollgruppe wurden 95 Prozent der Eingriffe unter Vollnarkose ausgeführt, in der Testgruppe nur 74 Prozent.
Schliesslich heilten die Wunden bei den Hypnosepatienten besser. Davon zeugt die tiefere Hauttransplantationsrate in dieser Gruppe. Die Forscher führen den Erfolg der Hypnose darauf zurück, dass die Patienten weniger Stress und Schmerz fühlten - und dass sie ein grösseres Vertrauen gewannen, schmerzhafte Eingriffe zu überstehen.
Kostengünstig
Auch finanziell lohnt sich die neue Methode: Im Durchschnitt verbrachten Hypnose-Patienten fünf Tage weniger auf der Intensivstation als die Kontrollpatienten. Insgesamt wurde der Spitalaufenthalt sechs Tage kürzer. Die
Folge: Ein Hypnosepatient kostet 17'000 Franken weniger als ein Standardpatient.
Nach den Berechnungen der Forscher genügen für ein Spital neun Patienten pro Jahr, um einen Hypnose-Therapeuten anstellen zu können. Das Universitätsspital Lausanne beschäftige drei solche spezialisierte Pflegerinnen, sagte Berger. Die Technik werde nicht nur bei Brandopfern sondern auch bei anderen Patienten angewendet.
Unter anderem werden in Lausanne ab und zu mehrfach traumatisierte Patienten hypnotisiert. "Es geht darum, die Schmerzen zu behandeln, bevor sie chronisch werden", sagte die Forscherin. Besonders empfänglich seien Kinder, weil ihre Vorstellungskraft die Hypnose erleichtere.
Grenzen
Die Methode hat allerdings Grenzen: Nicht alle Patienten können hypnotisiert werden. Das gelte vor allem für verwirrte alte Patienten oder für solche, die unter Medikamenteneinfluss ständen, sagte Berger. So konnten die Forscher von insgesamt 40 Brandopfern nur 23 in ihre Studie einschliessen.
Chirurgen nutzten die Hypnose schon früher, bis ins 19. Jahrhundert. Dann wurde die Technik von Schmerzmitteln abgelöst. Die hypnotisierte Person taucht in eine Art Trance ein und reagiert dann nicht mehr rationell sondern intuitiv. Das Bewusstsein geht bei dem Prozedere nicht verloren.
Von Yves Duc, SDA
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